Am Anfang war der Blog…

Meinen ersten Eintrag auf diesem Blog zu meinem bevorstehenden Berufsfeldpraktikum an einer Jugendkunstschule möchte ich einem grundlegenden Thema widmen: Was macht eigentlich ein Portfolio aus und wie kann aus diesem Blog eins werden? Beide haben ja die Gemeinsamkeit, dass sie in gewisser Hinsicht Ansammlungen von Texten sind, jedoch keiner wirklichen Ordnung unterliegen. Es gibt viele Blogger, deren Blogs chronologische Sammelmappen von alltäglichen Ereignissen, Gefühlslagen etc. sind, die sie verschriftlicht und veröffentlicht haben. Alle Besucher eines Blogs können im Normalfall einzelne Beiträge kommentieren und treten so mit anderen über den besagten Blogeintrag in Kontakt.

Da ich hier aber später über meine Erfahrungen im Berufsfeldpraktikum schreiben möchte, dokumentiere ich nicht irgendetwas aus meinem Leben. Ich werde rückblickend einzelne Momente und Situationen reflektieren, an denen ich hoffentlich wichtige Dinge für den möglichen Beruf als Lehrer lernen werde – wobei der Titel meines Blogs schon zeigt, dass ich derzeit wieder einmal in einer kleinen Orientierungsphase stecke (dazu später mehr!).

Es ist also wichtig festzuhalten, dass ich mit diesem E-Portfolio die Absicht verfolge einzelne Momente eines Lernprozesses zu fixieren, sodass eine gewisse Ordnung durch eine Zielorientierung geschaffen wird, die im Blog eines privaten Bloggers so zwangsläufig nicht gegeben ist. Schlussendlich hoffe ich, dass die gesammelten Erfahrungen aus diesem Praktikum mir hoffentlich eine Hilfe sein werden bei der Frage, ob ich wirklich hauptberuflich als Gymnasiallehrer arbeiten möchte – oder eben nicht.

Im folgenden habe ich drei digitale Portfolios aus dem Bereich Bildung herausgesucht, auf die ich eingehen möchte:

1) http://blogs.epb.uni-hamburg.de/lidia/

Wer sich genau hinter dem Namen „lidia“ verbirgt, lässt sich aus ihren Blogeinträgen nicht wirklich entnehmen. Fakt ist aber, dass sie auf ihrem Blog einen ziemlich umfangreichen Plan für ein mehrstündiges Unterrichtsprojekt zum Thema „Märchen“ für eine 5./ 6. Jahrgangsstufe entwirft, sodass sie wahrscheinlich eine Lehramtsstudentin in einer ihrer Praktikumsphasen ist. Ich war erstaunt von der umfangreichen Planung, die so ein Unterrichtsprojekt zu benötigen scheint und von ihrem (in meinen Augen ziemlich gewagten) Versuch bereits in den besagten Jahrgangsstufen mit Audio-Software arbeiten zu wollen, mit der bestimmt 70% meiner KommilitonInnen bzw. angehenden MusiklehrerInnen nicht umgehen können. Trotz alledem finde ich, dass sich aus ihren Einträgen der prozesshafte Charakter eines Blogs gut heraushebt und ihr Projektentwurf schließlich ziemlich eindrucksvoll ist – ich wünsche ihr sehr, dass alles so läuft, wie sie es geplant hat :)! Der endgültige Projektentwurf wurde übrigens erst gestern gepostet – dranbleiben könnte sich also lohnen ;)!

2)  http://www.roehe.de/daniel/category/bildung

Der Verfasser Daniel Röhe ist hingegen kein Student, sondern bereits Schulleiter. Sein neuster Blogeintrag „Wie inklusiv bin ich?“ war für mich der Anlass dafür ihn unter meiner TOP 3 der hier aufgeführten Bildungs-E-Portfolios aufzuführen. Obwohl man sich hier die Frage stellen kann: Ist das hier überhaupt ein Portfolio oder schreibt da einfach nur ein Lehrer über eine alltägliche Situation? Das ganze geht in meinen Aigen über den privaten Blog eines Schulleiters hinaus. Sein kleiner Erfahrungsbericht mit dem an Trisomie 21 leidenden Schüler Leon und seiner Klasse im Sportunterricht erinnert förmlich schon aufgrund der enormen Kürze an eine Kurzgeschichte, die wahrlich einen belehrenden Ausgang hat. Röhe betitelt den Eintrag bereits mit einer selbstreflexiven Frage, die man sich als LehrerIn wahrscheinlich des öfteren stellen sollte. Diese Frage ist Ansporn zur Überprüfung eigener Einstellungen und ist somit Teil eines Werdungsprozesses, der hier stichpunktartig dokumentiert wird. Daran kann man mal wieder sehen: Man lernt nie aus – selbst als Schulleiter nicht!
P.S.: Mein einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass dieser (sein aktuellster) Beitrag bereits vom 06.02.2013 ist – schade eigentlich.

3) http://www.herr-rau.de/wordpress/

Meine ersten Gedanken waren wohl so etwas, wie: „Was für eine Nerd!/ Ne Moment, das ist ja cool./ In welcher Zukunft bin ich gelandet?“. Es ist das Werk eines Lehres (Herr Rau) für Informatik, Englisch und Deutsch, dessen Blogeinträge wohl nicht nur für mich, sondern wahrscheinlich auch für sämtliche seiner KollegInnen und SuS der Höhepunkt der wöchentlichen Unterhaltung sein werden. Okay, ich übertreibe vielleicht ein wenig. Allerdings habe ich einige Einträge wirklich gefeiert, hier meine Empfehlungen zum Reinlesen:

– „Wenn Lehrer Briefe von Eltern kriegen“ (http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/07/wenn-lehrer-briefe-von-eltern-kriegen.htm)

– „Was darf über Lehrer auf der Schulhomepage stehen?“ (http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/12/was-darf-ueber-lehrer-auf-der-schulhomepage-stehen-was-sollte.htm)

Ob der Blog von Herrn Rau nun zu meinem alltäglichen Berater in Lehrer-Dingen wird, ist noch ungewiss. Einiges ist wirklich interessant, anderes einfach nur lustig. Die ist KEIN PORTFOLIO, allerdings war es die Listung meines Erachtens nach wirklich wert, denn nun ist es bewiesen: auch Lehrer können Humor haben (klingt komisch, is‘ aber so).

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