Reflexion meines Berufsfeldpraktikums – Entscheidungshilfe im Selbstfindungsprozess?

Was hat mir das Berufsfeldpraktikum letztendlich persönlich gebracht?

Ich denke es war vor allem die praktische Erfahrung außerschulischer Handlungsfelder, durch die mir gewisse Perspektiven eröffnet wurden auch freiberuflich als Musiker in verschiedenen Bereichen arbeiten zu können:

– Instrumentalunterricht

Am realistischsten ist bei meiner persönliche Schwerpunktsetzung in der eigenen musikalischen Entwicklung die Option mich im Bereich Gesang/ Vocal Coaching freiberuflich zu betätigen. Jedoch muss ich mir selbst eingestehen, dass ich mein bereits vorhandenes Wissen über Techniken und Grundlagen systematisieren müsste, um (vergleichbar mit der Planung einer Unterrichtsreihe im schulischen Kontext) eine in didaktischer Hinsicht langfristige Entwicklung zu ermöglichen. Allein für die Anerkennung meiner privat gesammelten Erfahrungen wäre sicher auch eine Fortbildung durch Workshops etablierter Gesangsschulen (v.a. „Complete Vocal Technic“, „Estill Voice Training“ und/oder funktionale Stimmbildung) für Pop- und Rock-Gesangstechniken sinnvoll. Ohne eine spezifische Ausbildung zum Gesangspädagogen ist es bekanntlich schwieriger bei festen Institutionen (wie beispielsweise der Jugendkunstschule Unna) angestellt zu werden. Allerdings bestünde die Option sich selbständig zu machen.

– Workshops

Anders als beim Gesangsunterricht stünde mir durch die positive Erfahrung meiner Praktikumsleiterin mit mir als Gastdozenten beim Rockworkshop bereits jetzt die Möglichkeit offen mich als bezahlter (!) Dozent beim nächsten Workshop zu beteiligen. Besonders im vielfältigen Bereich Bandarbeit sehe ich meine persönlichen Stärken, die ich auf jeden Fall zukünftig in meinen beruflichen Alltag einbringen möchte. Jedoch wäre auch hierfür eine grundlegende Fundierung meines praktisch erworbenen Wissens mit theoretisch didaktischen Überlegungen erforderlich.

– Konzerte

Wie bereits am Rande erwähnt gehören Konzerte im privaten und öffentlichen Rahmen schon seit einigen Jahren zu meinem finanziellen Nebenerwerb. Problematisch ist die Tatsache, dass man oft keine dauerhaften und langfristig planbaren Kooperation eingeht, sondern vor allem von Privatpersonen für einmalige Veranstaltungen (wie bspw. eine Hochzeit oder einen Geburtstag) gebucht wird. Manchmal ergeben sich jedoch auch Kontakte zu Besitzern von Gaststätten o.Ä. mit denen man mehrere Konzerte in regelmäßigen Abständen planen kann (z.B. musikalische Themenabende). Der Faktor Selbstmarketing ist aufgrund der hohen Konkurrenz zwischen den vorhandenen musikalischen Angeboten eine nicht zu unterschätzende Variable für den finanziellen Erfolg.

– Sonstige musikalische Tätigkeiten

Auf musikalischer „Schaffensebene“ interessiert mich persönlich auch die Dimension eher im Hintergrund beispielsweise als musikalischer Leiter bei Tonstudioaufnahmen oder als Komponist/Arrangeur von Stücken tätig zu werden. Unabdingbar für eine Tätigkeit in diesem musikalischen Sektor wird daher für mich die Beschäftigung mit den tragenden Strukturen und Institutionen der Musikwirtschaft und deren rechtlichen Aspekten sein. Für eine klarere Vorstellung über diese Tätigkeitsfelder wären weitere Praktika in konkreten Institutionen, wie beispielsweise einem Tonstudio oder Plattenlabel interessant. Besonders der Austausch mit BerufsmusikerInnen war mir während des Berufsfeldpraktikums ein wichtiges Anliegen und ich denke, dass ich aus vielseitigen Gesprächen einige realistische Einschätzungen und Erfahrungswerte mitgenommen habe.

Wie kann ich mich gezielt auf die Arbeit in den oben genannten freiberuflichen Tätigkeitsfeldern vorbereiten?

Seit zwei Wochen gebe ich nun wöchentlich 3 Bekannten von mir Gesangsunterricht, wobei ich versuche jede Unterrichtseinheit sinnvoll vor- und nachzubereiten. Dabei versuche ich nicht nur die in meinem persönlichen Gesangsunterricht erfahrenen Herangehensweisen zu wiederholen, sondern diese auf ihre Wirksamkeit hin zu reflektieren.

Darüber hinaus bietet es sich auch für den persönlichen musikalischen Fortschritt meiner Band „Max im Parkhaus“ an, dass zumindest alle Bandmitglieder, die am Songwriting beteiligt sind, über ein ähnlich umfangreiches musiktheoretisches Wissen verfügen – vor allem im Bereich Harmonielehre. Die Vermittlung der aus meiner Perspektive grundlegendsten Inhalte kann hier ebenfalls in Form von wöchentlichen Unterrichtseinheiten stattfinden. Die wichtigsten Zielsetzungen sind ein einheitliches Repertoire an musiktheoretischen Fachbegriffen und das Kennenlernen der gebräuchlichsten Notationsformen (Noten, TABs und Akkordsymbole), sodass schließlich das jeweils individuelle Musikverständnis vertieft und eine einheitlichere Kommunikation über Musik gefördert wird. Vor allem durch die Verwirklichung des letztgenannten Zieles erhoffe ich mir persönlich eine Beschleunigung zeitlicher Abläufe innerhalb des Songwriting-Prozesses.

Die Arbeit in und an meiner Band „Max im Parkhaus“ zeichnet sich besonders auch durch ein wechselseitiges Geben und Nehmen im Hinblick auf persönliche Lernprozesse aus. So kann ich beispielsweise von unserem Drummer viel über licht- und tontechnische Grundlagen lernen, da er beruflich im Bereich Veranstaltungstechnik tätig ist. Diese Grundlagen könnten auch für den Bereich Audioproduktion im Tonstudio nützlich sein.

War das Praktikum wirklich eine „Entscheidungshilfe im Selbstfindungsprozess“ (s. Titel)?

JA und NEIN.

Zum einen bin ich mir nun etwas bewusster über verschiedene berufliche Möglichkeiten, zum anderen möchte ich zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine endgültige Entscheidung zwischen den Optionen Lehrer und freiberuflicher Musiker treffen. Ich muss es ja auch (noch) nicht, da ich immer noch 2 Jahre vor mir habe, in denen ich auf jeden Fall den „Master of Education“ machen werde. Allerdings habe ich mein Bachelor-Studium bereits um ein 7. Semester verlängert, da ich unter anderem derzeit an den Perspektiven dranbleiben möchte im freiberuflichen Bereich wenigstens einige Optionen parallel zum Studium auszuprobieren – Gesangsunterricht, Workshops im Bereich Bandarbeit und vor allem die Arbeit in und an meiner eigenen Band.

Zu meiner Band „Max im Parkhaus“:

Ich möchte nicht allzu überheblich wirken oder utopische Fantasien beschwören. Faktisch haben wir allerdings schon als Vorband von Luxuslärm (Oktober 2013) und Joris (Mai 2015) gespielt und werden im Juni 2015 vor Christina Stürmer und erneut mit der Band Luxuslärm zusammen auf der Bühne stehen. Da sich derzeit viele Ereignisse überschlagen, ist bei uns die Motivation ziemlich groß aus der Band mehr als nur ein Hobby zu machen. Natürlich versuchen wir aber auch immer wieder realistisch zu reflektieren, was realisierbar und was utopisch ist.

Meine Ungewissheit bezüglich einer freiberuflichen Tätigkeit hat sich durch das Praktikum nicht vertreiben lassen können, jedoch bin ich mir nun bewusster, wo meine Fähigkeiten und auch meine Motivation liegen. Ich könnte mir nun eher vorstellen freiberuflich zu arbeiten, unter der Voraussetzung, dass ich mir durch stetige Selbstreflexion immer wieder verdeutliche, was ich bereits kann und woran ich noch arbeiten muss, um innovativ und professionell als Musiker arbeiten zu können.


Quellen:

http://www.cvtdeutschland.de

http://www.maximparkhaus.de

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Bandarbeit als musikpädagogisches Handlungsfeld

Lange gab es von mir nichts zu hören – nun liegt meine offzielles Praktikumsende schon über 7 Tage zurück… wenn es da nicht noch die Möglichkeit gegeben hätte über die Osterferien bei einem Band-Workshop als „Gastdozent“ mitzuwirken. Ich sah dies als interessante Möglichkeit zugleich Bandarbeit als musikpädagogisches Handeln zu erleben, aber auch MusikerInnen aus Unna kennen zu lernen, um mich als Musiker weiter zu vernetzen. Bei einer Vorbesprechung mit den drei DozentInnen klärte uns die Organisatorin über die Rahmenbedingungen auf: Es hatten sich 13 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren angemeldet, die in zwei etwa gleich große, hauptsächlich nach Alter sortierte Bands aufgeteilt wurden. Hierbei hatte man sich vorab über das Können der einzelnen Jugendlichen informiert, sodass man ungefähr einschätzen konnte, wie schwer die zu erarbeitenden Song-Arrangements sein durften. Inhaltlich entschied man aufgrund der vergleichsweise niedrigen Anmeldezahlen, dass in diesem Jahr die eigentlichen Bandproben intensiver, und Einheiten, wie „Rhythmik- und Harmonielehre“, „Songwriting“ und „Tontechnik“ nicht behandelt werden sollten. Dazu sei gesagt, dass in diesem Jahr auch deutlich weniger DozentInnen beteiligt waren, als in den Vorjahren, was natürlich mit den Anmeldezahlen und der davon abhängigen Finanzierung des ganzen Unternehmens zusammen hing. Das Oster-Workshop-Konzept wird bereits seit 1999 von der Jugendkunstschule durchgeführt. Da ich mich im (erweiterten) Rahmen meines Praktikums beteiligte, war eine Bezahlung meinerseits natürlich nicht vorgesehen. Den zeitlichen Rahmen des Workshops bildeten 5 Tage zwischen Sonntag und Donnerstag (29.03. – 02.04.), in denen ich zusammen mit einem Gitarristen die Bandproben der jüngeren Gruppe anleiten sollte. Diese bildeten mit 3 Stunden pro Workshop-Tag fast 80% des gesamten Workshops. An jeweils 3 Tagen wurden zudem eine Stunde lang Sektionsproben durchgeführt, wofür man die Jugendlichen nach Instrumenten jeweils der Gesangs-, Gitarren- oder Rhythmus-Gruppe (Bass/Schlagzeug) zuteilte. Ich assistierte der Dozentin, die die Gesangs-Gruppe leitete. Zum Abschluss des Workshops gab es am Donnerstagabend ein öffentliches Konzert im Musikclub „Schalander“ (Unna), bei dem die erarbeiteten Stücke präsentiert wurden. Insgesamt betrachtet habe ich bei diesem Workshop die Erfahrung gemacht, dass ich vor allem im Bereich Bandarbeit viel Wissen und Erfahrung aus meiner eigenen „Band Historie“ mitbringen konnte, was oft sehr hilfreich war. Beim Erarbeiten der Stücke merkte ich oft, dass es bei den Jugendlichen verschiedenster musikalischer Vorbildung einer differenzierten Kommunikation über musikalische Formen und Begriffe bedurfte, da es bereits bei der Form der Notation große Unterschiede im Verständnis der Jugendlichen gab, je nachdem, ob sie vorher mehr nach klassischer Notation, TABs oder Akkord-Symbolen gespielt hatten. Da ich dieses Phänomen aus meiner Band selbst kannte, war diese Hürde für mich kein großes Problem, jedoch schien dies bei meinem älteren Kollegen weniger der Fall. Ich reflektierte dies mit der Organisatorin immer wieder in Zwischengesprächen und auch zu Ende des Workshops, sodass sich hieraus eine Diskussion entwickelte, wie man das Angebot an Band-Workshops überarbeiten und auch erweitern könne. Noch kann ich von keinen konkreten Plänen berichten, aber die Perspektive ist vorhanden, dass ich auch über die Grenzen des Praktikums hinaus in naher Zukunft immer mal wieder an meinen Praktikumsort zurückkehren könnte. Die Organisatorin des Workshops (und Leiterin des Musik-Bereiches an der Jugendkunstschule) schien zumindest von meinen Anschauungen begeistert und äußerte mir gegenüber die Bemerkung, dass sie überlege ein paar ältere Kollegen gegen jüngere auszutauschen. Wenn das mal kein schönes Kompliment ist ;)!

Der Traum vom Erfolg in der Musikwirtschaft

Auch wenn das hier nicht die angekündigten Praktikumserfahrungen sind, so hat dieser Eintrag doch ein ganzes Stück weit mit Überlegungen zu tun, die ich schon länger habe und die durch die Gespräche während meines Praktikums wieder einmal angeregt wurden. Da ich schon seit 4 Jahren Sänger einer Band bin, die in den letzten Monaten versuchte sich durch Workshops zu diversen Themen, wie Songwriting (mit der Band Luxuslärm) oder Marketing dem Thema der „Professionalisierung“ zu nähern, stellte sich mir immer öfter die Frage, ob ich als Sänger eine berufliche Zukunft in der Musikwirtschaft haben könnte.

Das war vor einigen Jahren noch ganz anders. Als ich mich nach meinem Abitur 2012 mit 18 Jahren für das Lehramtsstudium entschied, geschah dies aus rein fachlicher Orientierung. Ich wollte mehr über Musik lernen, fühlte mich jedoch für ein Musikstudium nicht gut genug – trotz der Tatsache, dass ich meine ganze Jugend über kaum ein Hobby hatte, das sich nicht mit Musik beschäftigte. Der entscheidendste Faktor war natürlich die finanzielle Unsicherheit, die eine freiberufliche Tätigkeit als Musiker mit sich bringt. Das Lehramtsstudium erschien mir als der einzige Weg weiterhin viel mit Musik zu tun zu haben, ohne als freier Musiker zu arbeiten.

Ich könnte noch viel über meine anfängliche Entscheidungsschwierigkeit zum Lehramtsstudium und das dauerhafte Gefühl eigentlich nicht das Richtige zu studieren schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen (Mehr Infos kann ich euch aber auch gerne geben, wenn es jemanden interessiert). Es war mir jedoch ein Anliegen diese Bemerkung vorab zu machen, bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Beitrags komme.

Wie beschrieben kam mir in letzter Zeit immer häufiger der Gedanken die Grenzen des musikpädagogischen Bereiches etwas zu sprengen und mich mit dem Berufsfeld Musikwirtschaft auseinander zu setzen.

Seit circa 3 Jahren bilden regelmäßige Auftritte mit meiner Band (www.maximparkhaus.de), aber auch Soloauftritte auf Geburtstagen, Hochzeiten und Straßenmusik meinen nebenberuflichen Erwerb mit zum Teil nicht gerade kleinen Gagen. Jedoch ist der erwähnte Prozess der „Professionalisierung“ immer zeitaufwendiger geworden. Dies bezieht sich natürlich auf das musikalisch-technische Können, einen wesentlich umfangreicheren Bereich nehmen jedoch mittlerweile Faktoren ein, die sich mehr mit der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens „Band“ beschäftigen, wie beispielsweise Marketing und mediale Präsenz, Konzertorganisation, zielgerichteteres Songwriting und vorallem das Erschaffen eines „Images“, bzw. einer Marke, was vor allem eine Frage des Corporate Design ist. Ich hatte in den letzten Monaten schon oft das Gefühl, dass für die Verwirklichung dieses noch sehr abstrakten Zieles in der Musikwirtschaft Fuß zu fassen, ein Vollzeitjob nötig wäre.

Nun beschäftige ich mich gerade mit online verfügbaren Inhalten, die versuchen von verschiedenen Seiten die Musikwirtschaft als System transparent und verständlich zu erklären und ich denke, dass ich mir zurzeit erst einmal die einzelnen Institutionen bewusst machen muss, die dieses System ausmachen und maßgeblich bestimmen. Meine eigentliche Motivation darüber dies auf meinem Praktikumsblog zu verschriftlichen war folgender Blog eines Musikers, der nach eigenen Angaben all das hatte, „was sich eine noch unbekannte Band wünscht“: „eine CD im Laden, einen Song im Radio, Auftritte im TV, Gigs vor bis zu 10.000 Leuten, einen Major-Label Deal“:

https://derwahrheit.wordpress.com/

Der Verfasser will laut eigenen Angaben (noch) anonym bleiben, aber allein die Tatsache, dass jemand, der bereits erfolgreich in der Musikwirtschaft war, über genau die Themen schreibt, die mich so brennend interessieren, fand ich wahnsinnig spannend. Ich bin nun also dabei möglichst alles aufzusaugen, was ich in meiner derzeitigen Motivations-Hochphase finden kann und werde versuchen euch an meinem persönlichen Gewinn möglichst bald teilhaben zu lassen.

Nur so nebenbei: Mein Praktikum war bisher auch sehr interessant ;).


Quellen:

https://derwahrheit.wordpress.com/about/

Die Vielfalt der Musikberufe

Da mir zurzeit noch die Orientierung fehlt, wie ich meine berufliche Zukunft konkret gestalten will, habe ich mir zu Beginn meines Praktikums folgende Fragen gestellt:
– Welche Musikberufe gibt es eigentlich?
– Welche Voraussetzungen (Studium, Ausbildung, Kompetenzen) brauche ich dafür?

– Wie kommen hauptberufliche Musiker finanziell aus?

– Welche sonstigen Komponenten spielen für diesen Beruf eine wichtige Rolle?


Doch schlussendlich möchte ich der für mich selbst entscheidendsten Frage näher kommen:

Kann ich mir eine berufliche Zukunft als freier Musiker im Hinblick auf finanzielle Unsicherheit und andere Schwierigkeiten vorstellen?


Im Hinblick auf die erste Frage erschien mir eine Einteilung der Musikberufe des Deutschen Musikrat in der „2. Rheinsberger Erklärung zur Zukunft der Musikberufe“ (2009) sinnvoll:
Es wird differenziert zwischen „künstlerischen Berufen des Konzertwesens“, „musikpädagogischen Berufe[n] in verschiedenen Arbeitsfeldern“ und „Berufe[n] der Musikwirtschaft“. Diesen drei Berufsfeldern sei gemein, dass sie „zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Musikkultur beitragen“ würden.

Um die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Musikkultur zu sichern, beschäftigt sich die Erklärung mit den erforderlichen Kompetenzen, die Musiker während ihrer Ausbildung erwerben sollten, um den komplexen Anforderung der drei Bereiche gerecht zu werden. Dabei wird das heutige Berufsdasein von MusikerInnen mit dem Begriff „Patchworkexistenzen“ umschrieben, wobei darauf angespielt wird, dass zur Finanzierung des Lebensunterhalts meist eine Mischung aus mehreren verschiedenen „musikalischen Tätigkeiten“ nötig ist. Hierbei fiel mir besonders bei den in der Jugendkunstschule tätigen MusikerInnen auf, dass dies für alle Bereiche der Musikberufe gleichermaßen gelten dürfte. So sind viele MusikerInnen, die mir begegnet sind sowohl im Konzertwesen, als auch im musikpädagogischen Bereich tätig, was bei dem angedeuteten Patchwork-Gedanken kaum verwundert.

Um konkretere Antworten auf meine Fragen zu bekommen, hatte ich mir vorgenommen neben dem Kennenlernen der verschiedenen musikpädagogischen Angebote der Jugendkunstschule auch den direkten Kontakt zu den dort beschäftigten MusikerInnen zu suchen. Mit dem Ausblick in Kürze die Ergebnisse der letzten 2 Wochen zu veröffentlichen, möchte ich an dieser Stelle meinen Beitrag beenden.

An dieser Stelle noch ein Wort an alle, die meinen letzten Beitrag so zahlreich kommentiert haben: Vielen Dank für eure Anregungen, sie waren sehr hilfreich :)! Ich würde mich freuen, wenn ihr auch weiterhin „dabei bleibt“ – neben Tipps und Hilfen bin ich gerne auch für jegliche Formen der Kritik offen.


Quellen:

http://www.musikrat.de/fileadmin/Musikpolitik/Zukunft_der_Musikberufe/DMR_Rheinsberger_Erklaerung_II_2009_final.pdf

„Tanze kleiner Bär…“

Mein Start ins Berufsfeldpraktikum verlief mit einer unerwartet großen Selbstbeteiligung und Improvisation. Ich wusste am Morgen meines ersten Tages nur, dass ich meinen Praktikumsleiter bei einem Konzert begleiten solle, das er an einer Grundschule aufführen würde. Dieser ist eigentlich ein studierter Jazzmusiker, jedoch durch seine Tätigkeit als Leiter einer Jugendkunstschule oft in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. An besagter Grundschule angekommen half ich ihm beim Aufbau der mitgebrachten Technik (PA zur Abnahme von Gesang und Gitarre) und drei großer Kisten, in denen sich zahlreiche Kostüme, Rasseln und andere Instrumente befanden.

Währenddessen wurde mir Näheres zum Konzert erzählt:

Anlässlich einer Schulfeier war ein Kinderkonzert geplant, bei dem die Schülerinnen und Schüler unterhalten werden sollten. Mein Praktikumsleiter erzählte mir, dass er solche Kinderkonzerte häufiger zusammen mit einem „Trommler“ machen würde, der nach eigenen Angaben selbst nie Musik o.ä. studiert hatte, aber über 10 Jahre lang zusammen mit einer (nach eigenen Angaben) recht erfolgreichen Band aufgetreten war. Dies fand ich interessant, da ich bis dahin glaubte nur studierte MusikerInnen an meinem Praktikumsort vorzufinden. Das Programm bestand aus selbst geschriebenen Liedern und improvisierten Einlagen und „Scherzen“, wobei die Kinder oft animiert wurden mitzumachen.

Während des Aufbaus erklärte man mir, wie die Abfolge der Lieder sein würde und wo ich mich einbringen solle. Bei einem Lied schlüpfte ich in ein Bären-Ganzkörperkostüm, für ein anderes spielte ich das besungene Krokodil. Außerdem wurde mir erklärt, wie man eine Steel Drum spielt, sodass ich mich auch musikalisch einbringen konnte. Rückblickend kann ich sagen, dass ich lange nicht mehr so spontan gewesen bin, und es gar nicht so leicht war mich vor den Kindern „zum Bären zu machen“.

Für den weiteren Verlauf meines Praktikums möchte ich nun vordergründig nicht nur nach möglichen beruflichen Einsatzgebieten von MusikerInnen suchen, sondern auch der Frage nachgehen, inwieweit ein Musikstudium zwangsläufig notwendig für diese Tätigkeiten ist – unabhängig davon, dass eine musikalische Weiterbildung jeglicher Art mit einem persönlichen künstlerischen Ansporn zur Professionalisierung zusammenhängt. Im Hinblick auf diese Fragen möchte ich mich in den folgenden Wochen mit den an meinem Praktikumsort tätigen MusikerInnen austauschen.

Allerdings stellt sich für meine theoriebasierte Praxisreflexion noch eine wichtige Frage: In welcher Form kann ich bei meinem persönlichen Praktikumsziel (BFP als Entscheidungshilfe bei der Frage „lehrerodermusiker?“) sinnvoll Theorie einbinden, ohne dass ich zu weit davon abrücke?

Habt ihr Ideen :)?

Am Anfang war der Blog…

Meinen ersten Eintrag auf diesem Blog zu meinem bevorstehenden Berufsfeldpraktikum an einer Jugendkunstschule möchte ich einem grundlegenden Thema widmen: Was macht eigentlich ein Portfolio aus und wie kann aus diesem Blog eins werden? Beide haben ja die Gemeinsamkeit, dass sie in gewisser Hinsicht Ansammlungen von Texten sind, jedoch keiner wirklichen Ordnung unterliegen. Es gibt viele Blogger, deren Blogs chronologische Sammelmappen von alltäglichen Ereignissen, Gefühlslagen etc. sind, die sie verschriftlicht und veröffentlicht haben. Alle Besucher eines Blogs können im Normalfall einzelne Beiträge kommentieren und treten so mit anderen über den besagten Blogeintrag in Kontakt.

Da ich hier aber später über meine Erfahrungen im Berufsfeldpraktikum schreiben möchte, dokumentiere ich nicht irgendetwas aus meinem Leben. Ich werde rückblickend einzelne Momente und Situationen reflektieren, an denen ich hoffentlich wichtige Dinge für den möglichen Beruf als Lehrer lernen werde – wobei der Titel meines Blogs schon zeigt, dass ich derzeit wieder einmal in einer kleinen Orientierungsphase stecke (dazu später mehr!).

Es ist also wichtig festzuhalten, dass ich mit diesem E-Portfolio die Absicht verfolge einzelne Momente eines Lernprozesses zu fixieren, sodass eine gewisse Ordnung durch eine Zielorientierung geschaffen wird, die im Blog eines privaten Bloggers so zwangsläufig nicht gegeben ist. Schlussendlich hoffe ich, dass die gesammelten Erfahrungen aus diesem Praktikum mir hoffentlich eine Hilfe sein werden bei der Frage, ob ich wirklich hauptberuflich als Gymnasiallehrer arbeiten möchte – oder eben nicht.

Im folgenden habe ich drei digitale Portfolios aus dem Bereich Bildung herausgesucht, auf die ich eingehen möchte:

1) http://blogs.epb.uni-hamburg.de/lidia/

Wer sich genau hinter dem Namen „lidia“ verbirgt, lässt sich aus ihren Blogeinträgen nicht wirklich entnehmen. Fakt ist aber, dass sie auf ihrem Blog einen ziemlich umfangreichen Plan für ein mehrstündiges Unterrichtsprojekt zum Thema „Märchen“ für eine 5./ 6. Jahrgangsstufe entwirft, sodass sie wahrscheinlich eine Lehramtsstudentin in einer ihrer Praktikumsphasen ist. Ich war erstaunt von der umfangreichen Planung, die so ein Unterrichtsprojekt zu benötigen scheint und von ihrem (in meinen Augen ziemlich gewagten) Versuch bereits in den besagten Jahrgangsstufen mit Audio-Software arbeiten zu wollen, mit der bestimmt 70% meiner KommilitonInnen bzw. angehenden MusiklehrerInnen nicht umgehen können. Trotz alledem finde ich, dass sich aus ihren Einträgen der prozesshafte Charakter eines Blogs gut heraushebt und ihr Projektentwurf schließlich ziemlich eindrucksvoll ist – ich wünsche ihr sehr, dass alles so läuft, wie sie es geplant hat :)! Der endgültige Projektentwurf wurde übrigens erst gestern gepostet – dranbleiben könnte sich also lohnen ;)!

2)  http://www.roehe.de/daniel/category/bildung

Der Verfasser Daniel Röhe ist hingegen kein Student, sondern bereits Schulleiter. Sein neuster Blogeintrag „Wie inklusiv bin ich?“ war für mich der Anlass dafür ihn unter meiner TOP 3 der hier aufgeführten Bildungs-E-Portfolios aufzuführen. Obwohl man sich hier die Frage stellen kann: Ist das hier überhaupt ein Portfolio oder schreibt da einfach nur ein Lehrer über eine alltägliche Situation? Das ganze geht in meinen Aigen über den privaten Blog eines Schulleiters hinaus. Sein kleiner Erfahrungsbericht mit dem an Trisomie 21 leidenden Schüler Leon und seiner Klasse im Sportunterricht erinnert förmlich schon aufgrund der enormen Kürze an eine Kurzgeschichte, die wahrlich einen belehrenden Ausgang hat. Röhe betitelt den Eintrag bereits mit einer selbstreflexiven Frage, die man sich als LehrerIn wahrscheinlich des öfteren stellen sollte. Diese Frage ist Ansporn zur Überprüfung eigener Einstellungen und ist somit Teil eines Werdungsprozesses, der hier stichpunktartig dokumentiert wird. Daran kann man mal wieder sehen: Man lernt nie aus – selbst als Schulleiter nicht!
P.S.: Mein einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass dieser (sein aktuellster) Beitrag bereits vom 06.02.2013 ist – schade eigentlich.

3) http://www.herr-rau.de/wordpress/

Meine ersten Gedanken waren wohl so etwas, wie: „Was für eine Nerd!/ Ne Moment, das ist ja cool./ In welcher Zukunft bin ich gelandet?“. Es ist das Werk eines Lehres (Herr Rau) für Informatik, Englisch und Deutsch, dessen Blogeinträge wohl nicht nur für mich, sondern wahrscheinlich auch für sämtliche seiner KollegInnen und SuS der Höhepunkt der wöchentlichen Unterhaltung sein werden. Okay, ich übertreibe vielleicht ein wenig. Allerdings habe ich einige Einträge wirklich gefeiert, hier meine Empfehlungen zum Reinlesen:

– „Wenn Lehrer Briefe von Eltern kriegen“ (http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/07/wenn-lehrer-briefe-von-eltern-kriegen.htm)

– „Was darf über Lehrer auf der Schulhomepage stehen?“ (http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/12/was-darf-ueber-lehrer-auf-der-schulhomepage-stehen-was-sollte.htm)

Ob der Blog von Herrn Rau nun zu meinem alltäglichen Berater in Lehrer-Dingen wird, ist noch ungewiss. Einiges ist wirklich interessant, anderes einfach nur lustig. Die ist KEIN PORTFOLIO, allerdings war es die Listung meines Erachtens nach wirklich wert, denn nun ist es bewiesen: auch Lehrer können Humor haben (klingt komisch, is‘ aber so).